Reflexintegration

ReflexIntegrationsTraining ist ein Bewegungstraining zur Nachreifung des Gehirns bei entwicklungsbedingten Lern- und Verhaltensauffälligkeiten.

Die Methode der Reflexintegration wurde 1986 in Schweden vom Arzt Dr. Harald Blomberg und der Physiotherapeutin Kerstin Linde entwickelt. (Buchtitel „Bewegungen, die heilen“, VAK Verlags GmbH, weitere Infos unter: https://blombergrmt.iak-freiburg.de/

Es ist ein hocheffizientes Unterstützungsprogramm für Kinder und Jugendliche mit:

  • Schul-und Lernproblemen
  • Lese- und Rechtschreibschwäche
  • Rechenschwäche (Dyskalkulie)
  • ADS/ADHS
  • Unruhe und Unkonzentriertheit
  • Fehlende Impulskontrolle
  • Koordinationsprobleme wie Ungeschicklichkeit, Geleichgewichtsstörungen…
  • Motorische Auffälligkeiten (Fein-und Grobmotorik)

 

Wenn frühkindliche Reflexbewegungen noch ganz oder teilweise aktiv sind, können sie jederzeit ausgelöst werden und verursachen meist unwillentliche Restmuskelreaktionen bei Kindern. Das ist ein Zeichen neuronaler Unreife, also fehlender Nervenverknüpfungen im Gehirn. Dies kann sich z.B. durch Konzentrationsprobleme, fehlende Impulskontrolle, nicht still sitzen können, Buchstaben verdrehen, Orientierungsschwierigkeiten, sowie Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten äußern.

Spätestens nach der Einschulung fallen diese, für das Kind unkontrollierbaren, motorischen Verhaltensweisen auf und werden meist mit der Diagnose ADHS und / oder Legasthenie belegt.

Neuronale Unreife bedeutet somit auch, dass die Potenziale der unterschiedlichen Gehirnareale noch nicht wirklich zur Verfügung stehen und damit oft der Grund für Lern- und Verhaltensprobleme ist. Kinder mit diesen Anliegen sind meist noch nicht schulreif.

Mit einem speziellen Bewegungstraining bietet die Reflexintegration einen effizienten Lösungsansatz. Die Reifung des Nervensystems kann sogar noch im Erwachsenenalter nachgeholt werden!

Erfahrungsgemäss können durch das Training Medikamente wie z.B. Ritalin teilweise oder ganz abgesetzt werden.

 

Hier zwei Erklärungen meiner lieben Kollegin, Petra Wommack:

https://vimeo.com/185680046

 

Wie funktioniert Reflexintegration?

Das Reflexintegrationstraining ist eine Kombination von erprobten Methoden, die dazu dienen, die Schul- und Lernprobleme sowie motorische Problematiken (fehlende neuromotorische Schulreife) von Kindern zu überprüfen, den individuellen Entwicklungsbedarf festzustellen und mit einem gezielten Unterstützungsprogramm eine Förderung des Kindes zu ermöglichen. Durch bilaterale Stimulationsmethoden wird dieser Entwicklungsprozess unterstützt. Wir imitieren mit konkreten Übungen Bewegungen aus der Schwangerschaft und den ersten Lebensmonaten. Wir holen damit Entwicklungen genau aus dieser Zeit nach, so dass sich die noch aktiven Reflexe integrieren können.

 

Was sind Ur-Reflexe und welche Zusammenhänge mit Schul- und Verhaltensprobleme können entstehen?

Bereits im Mutterleib und noch im ersten Lebensjahr bewegt sich das Kind nach automatisch vorgegebenen Mustern, die vom Stammhirn gesteuert werden. Das sind Urreflexe, mit der Aufgabe, Gehirnareale zu verknüpfen und Muskelspannung aufzubauen, damit sich die Fein- und Grobmotorik gut entwickeln kann.

Im Laufe des ersten Lebensjahres werden diese automatischen Bewegungen „gehemmt“ und das Kind kann sich mehr und mehr gezielt selbst bewegen, bis hin zum aufrechten Gang. Bleiben jedoch Restmuster der Urreflexe aktiv, kann sich das in Schul- und Verhaltensproblemen zeigen.

 

Ablauf eines Rit-Trainings:

Anhand eines Fragebogens und speziellen Tests wird der neuromotorische Entwicklungsstand des Kindes ermittelt. Entsprechend der Reihenfolge ihres Entstehens werden die einzelnen Reflexe geprüft und daraufhin das Bewegungstraining für das Kind zusammengestellt.

Das Training dauert im Schnitt etwa 6 bis 12 Monate, wobei ca. alle 4 Wochen eine Stunde beim Reflexintegrations-Trainer stattfindet. Der geschulte Trainer überprüft das Vorhandensein aktiver Reflexe, integriert diese und zeigt die unkomplizierten Übungen, die zuhause wiederholt werden. Der effiziente und dauerhafte Erfolg ist massgeblich abhängig von der Kontinuität (tägliche Wiederholung) und der Qualität der Durchführung dieser Übungen.

Der tägliche Zeitbedarf beträgt etwa 10 – 15 Minuten und eine Unterstützung durch die Eltern ist hierbei erforderlich.

Um festzustellen, ob das Reflexintegrations-Training für dein Kind sinnvoll ist, lade dir bitte den Fragebogen herunter und beantworten die Fragen. Bei mehr als 7 Ja-Antworten ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass dein Kind noch aktive Reflexe aufweist.

In diesem Fall freue ich mich, wenn du mit mir Kontakt aufnimmst.

 

Reflexintegration aus ärztlicher Sicht

Hier ein Artikel zum Thema, verfasst von Claus Korth, Facharzt für Allgemeinmedizin

Bericht RIT aus ärztl Sicht

 

Interview mit Kinderarzt Dr. Queißer über RIT-Reflexintegration

 

 

Wissenschaftliche Studien zum Thema findest du hier: Übersicht-RIT – wissenschaftliche Studien